08.09.10 11:26

Neu im Angebot: Coaching für Interim Management Neueinsteiger

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07.09.10 10:30

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30.08.10 17:09

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12.08.10 17:28

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11.08.10 14:09

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Erkenntnisse und Trends: Ergebnisse der AIMP-Tagung in Bonn

Das diesjährige Jahresforum des Arbeitskreises Interim Management Provider (AIMP) hat mit 268 Teilnehmern alle Erwartungen übertroffen. Für mich war es sehr anstrengend, weil ich als Vorstand dieser Branchenvereinigung einige „Jobs" übernehmen durfte: Veranstaltung eröffnen, einen der Workshops am Nachmittag moderieren und Ergebnisse zusammenfassen. Alles wurde aber durch die neuen Erkenntnisse, bzw. die Bestätigung oder Modifizierung meiner Theorien über die anstehenden Trends rund um Interim Management, mehr als wett gemacht. Zudem konnte ich mich mit vielen anwesenden Interim Managern über die neuesten Entwicklungen vor Ort in der Praxis des Interim Managements intensiv austauschen. In diesem Mail möchte ich die wesentlichsten Ergebnisse gerne für Sie zusammenfassen und freue mich über Ihren Kommentar.

Insgesamt unterstreicht die wachsende Teilnehmerzahl den Wachstumskurs der gesamten Branche. Das wird durch die auf der Tagung präsentierten aktuellen Studienergebnisse der AIMP-Providerumfrage 2008 (Link führt Sie zu den Charts) auch zahlentechnisch bestätigt. Erfreulich ist auch, dass die Jahreskonferenz von zunehmend mehr Einsteigern ins Interim Management-Geschäft als Plattform für einen Informationsaustausch und erste Kontakte zur Branche und wichtiger Vertreter genutzt wird. Die AIMP-Jahreskonferenz avanciert somit zur wichtigsten Veranstaltung für Interim Manager und deren Provider in Deutschland. Hier meine Eindrücke:

(1) Klar positionierte Experten schlagen Generalisten, weiche Faktoren werden wichtiger
Ein klarer Branchen-Trend: Spezialisierung zahlt sich aus, denn dem eindeutig positionierten Interim Manager, der seinen Nutzen für den Kunden präzise auf den Punkt bringen kann, wird gegenüber einem „Generalisten", der vorgibt alles zu können, in der Regel der Vorzug gegeben. Des Weiteren nehmen weiche Faktoren - wie Fähigkeit zur Mitarbeitermotivation, Führungsqualitäten und ethische Verantwortung - einen immer größer werdenden Stellenwert ein und sind oft das Zünglein an der Waage. Ein guter Manager auf Zeit kann nachweisen, dass er gut mit Menschen umgeht (weil es hilft, schnell wirksam zu werden und sich Akzeptanz zu schaffen) und dass er umsetzen kann, was ansteht (im Idealfall durch Kunden-Referenzen nachgewiesene Umsetzungskompetenz).

(2) Ein klares „Ja" zu Umsatzwachstum im Segment „jünger, breiter, weiblicher, bunter" ... aber auch ein Bekenntnis zu den „Klassikern" auf erster Ebene und im Projektmanagement
Beruhigung und Entwarnung bei den „Schwergewichten" der Branche: Da der „Gesamtmarkt Interim Management" insgesamt wächst, ist rein von den Zahlen her ein klares Wachstum auch bei den Projekten auf dritter und neuerdings auch vierter Ebene zu verzeichnen. Beim genauen Blick auf die Charts der Studie (vergleichen Sie bitte auch die Ergebnisse der AIMP-Studie), sind aber immer noch ca. 50% der Provider-Projekte auf erster und zweiter Ebene angesiedelt. Auch der ausschliesslich für General Manager konzipierte und von mir moderierte Workshop auf der AIMP-Tagung war mit ca. 100 Teilnehmern am stärksten besucht. Hier geht es meist um „hard stuff" und schwierige Situationen. Bei Interim Managern der oberen Ebene besteht in vielen Fällen das Selbstverständnis und die Fähigkeit, „Equity Value" schaffen zu können, was für Kunden und Multiplikatoren (Eigentümer, Kapitalgeber etc.) von enormem Nutzen ist.
Der zusammenfassende Branchen-Trend zeigt jedoch, dass der GESAMTMARKT breiter geworden ist und somit die Anbieter der Dienstleistung Interim Management vielfältiger und vor allem jünger geworden sind. Ebenfalls ist es eine Realität geworden, dass auch unsere Nachfrager diese Ausweitung des Angebots schätzen. Am meisten mit ca. 35% der Projekte ist dies zur Zeit die Überbrückung von offenen Stellen. Kein Wunder: Die Diskussion über Mangel an Fach- und Führungskräften ist Wasser auf die argumentativen Mühlen derjenigen, die heute schon „ganz normale" Interim Manager verstärkt in solchen „normalen Situationen" einsetzen. Somit trifft die folgende Aussage den Kern der neuen Branchen-Realität, was auch mich als Provider herausfordert: „Die Interim-Branche erfindet sich neu. Von der ausserordentlichen Leistungsfähigkeit im Notfall zur ausserordentlichen Lieferfähigkeit im Normalfall."

(3) „Try & Hire®" ergänzt das klassische Recruitment für Festanstellungen
Ein weiter führender Gedanke für Unternehmen, die eine offene Stelle mit einer Festanstellung besetzen wollen: Immer mehr Unternehmen wählen das Modell „Try&Hire®". Sie besetzen dabei diese offene Stelle zunächst zügig mit einem Interim Manager und können so „bei der Arbeit" feststellen, ob dieser Kandidat auch wirklich passt. Bei Gefallen machen sie dann ein Angebot für eine Übernahme in die Festanstellung. Eine signifikante Anzahl von Interim Managern ist offen für eine solche Vorgehensweise.

(4) Mehr Projekte durch „hochwertige Information" und Qualitätsarbeit
Traurige Wahrheit der AIMP-Studie: „Immer noch wissen 4 von 10 Entscheidern nicht recht, was Interim Management ist". Und dann noch: „Der grösste Wettbewerber ist nicht der andere Interim Manager oder ein anderer Provider, sondern die interne Lösung". Das ist zum einen frustrierend, weil wir alle schon seit Jahren als „Wanderprediger" oder „Pioniere" unterwegs sind, zeigt aber auf, wo die wichtigste Stellschraube für mehr Interim Management Projekte liegt. Es herrschte Einigkeit, dass hochwertige Information mit guten Referenzen wichtig ist, damit der Kunde Sicherheit und Vertrauen empfindet .... Und dann natürlich beste Qualitätsarbeit, damit er es noch einmal nutzt, selbst Empfehlungen ausspricht ... und Interim Management letztlich etwas ganz Normales wird.

(5 ) Neue Buzz-Words der Branche: „Professionalisierung" und „Provider-Relations"
Der Key-Note-Speaker John Niland zeigte auf, wie ein „Outstanding Professional" (Link zu den Vortragscharts sowie zum zusammenfassenden Übersichtsartikel) sein Ziel erreicht: „More fees in less time - sustaining inspiration and motivation". Er machte deutlich, wie sich ein Profi-Interim Manager in eigener Sache strategisch ausrichtet, positioniert und mit (potentiellen) Kunden, Empfehlungsgebern und Providern umgeht. So stellt sich mit guter Planung und konsequenter Umsetzung der Vertriebs-Erfolg nachhaltig ein. Seine sehr systematische Vorgehensweise wurde durch die persönliche Erfolgsgeschichte des Interim Managers Christoph Deinhard ergänzt, der - basierend auf eigener Erfahrung als Interim Manager seit 1989 - eine Reihe von Thesen aufstellte, die Interim Manager in der Vermarktung der eigenen Dienstleistung erfolgreicher machen. (Zusammenfassung bitte hier klicken).
Auch ich habe dabei einiges gelernt, denn letztlich eint Interim Manager und Provider das gemeinsame Bemühen um hohe Qualität und mehr Projekte. Wir Provider verstehen uns ja letztlich als „Ihr Vertriebsteam". Es hat mich überrascht, dass dieses Thema auf den Tisch kam ....und zwar von den anwesenden Interim Managern. Der erfreuliche Tenor des diesjährigen Jahresforums lautet: Professionelle Vermittler von Interim-Dienstleistungen sind ihr Honorar wert - und zwar auch aus Sicht der vermittelten Interim Manager. Eine gute und langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Interim Managern und Providern zahlt sich für beide Seiten aus. Grundlage für eine Erfolg versprechende Zusammenarbeit ist eine klare Professionalisierung beider Seiten (ich schreibe bewusst „beider Seiten") und aktive „Provider-Relations". Für den Interim Manager bedeutet dies, seine Qualifikationen und Alleinstellungsmerkmale klar heraus zu arbeiten und den Kontakt langjährig zu etablieren. Im Umkehrschluss wurde der Wunsch geäussert, dass auch Provider sich klarer profilieren sollen, damit gerade von den Neuen im Markt (und auch von Kunden) leichter beurteilt werden kann, welcher Provider der passende und kompetente zum eigenen Profil ist.
Insgesamt herrschte Einigkeit, dass schon in der Kennenlernphase - und nicht erst in der Präsentationsphase - Vertrauen und ein klarer, offener Dialog unbedingt zur erfolgreichen Zusammenarbeit gehört und letztlich zur Kundenzufriedenheit führt.

(6) Wie geht es weiter?
Die nächste Jahreskonferenz findet am 4. Juli 2009 in Wiesbaden statt. Die Interim Management- Branche hat Anlass zum Feiern und begeht dann ihr 30-jähriges Jubiläum in Deutschland und der Schweiz. Das Motto passt zur Branche und zum Datum „Interim Independence Day!" Denn Interim Manager verstehen sich heute auch als Independent Professionals, die Kunden mit unabhängiger und professioneller Managementkompetenz unterstützen. Zugleich hat sich die Interim-Branche im deutschsprachigen Raum in den dreißig Jahren ihrer Geschichte seit 1979 von der ursprünglichen Mutterbranche Unternehmensberatung völlig emanzipiert. Im Dreieck der Nachbardienstleistungen Unternehmensberatung, Personalberatung und Zeitarbeit stellt Interim Management nunmehr eine unabhängige und eigenständige Branche.

Ich freue mich sehr auf Ihr Feedback und sende herzliche Grüsse vom sommerlichen Bodensee
Ihr Dr. Harald Schönfeld

30. Juni 2008 11:18 Alter: 2 Jahre